29. Januar 2008

Milcherzeugergenossenschaft ist in Klötze fest verwurzelt - Das darf durch EU-Agrarpolitik nicht zerstört werden

Dr. Frank Thiel (MdL), Vorstand Raimund Punke, Angelika Hunger (MdL), Dr. Kirsten Tackmann (MdB), André Lüderitz (MdL) (vorn v.l.n.r.) in einer rekonstruierten Stallung

Die Mitglieder des Arbeitskreises Wirtschaft und  Landesentwicklung der Landtagsfraktion, zu dem die Bereiche Umwelt, Landwirtschaft, Wirtschaft und Arbeitsmarkt gehören, diskutierten im altmärkischen Klötze mit Bauern und Vertretern des Landes- und Kreisbauernverbandes aktuelle und künftige Herausforderungen an die Landwirtschaftsbetriebe in Sachsen-Anhalt. Am Beispiel seines Betriebes schilderte Vorstand Raimund Punke ausführlich die erfolgreiche Arbeit der Genossenschaftsmitglieder.

Nach einem einführenden Vortrag von Fritz Schumann, Hauptgeschäftsführer des Landesbauernverbandes, und der anschließenden Diskussion waren sich die Bauern und die Landespolitiker der LINKEN einig: den von der EU geplanten Veränderungen zum Nachteil vieler Unternehmen in Sachsen-Anhalt ist Widerstand entgegen zu setzen. Die modernen und wettbewerbsfähigen Agrarstrukturen dürfen auf keinen Fall benachteiligt oder gar gefährdet werden.

Das hätte nicht nur unmittelbar negative wirtschaftliche Folgen für die Unternehmen. Die traditionelle Verankerung der landwirtschaftlichen Betriebe in ihren Gemeinden, ihre Rolle als oftmals einziger Arbeitgeber und Steuerzahler würde in Frage gestellt.

Dass sich die Milchbauern in Klötze auch ökologischen und energiepolitischen Herausforderungen stellen, zeigt die Einrichtung einer der ersten Biogasanlagen in Sachsen-Anhalt.

Mit dieser Investition wurden gleich mehrere Ziele erreicht: Beseitigung der Geruchsprobleme in Ortsnähe, nachhaltige Einnahmequelle, Abwärmenutzung im eigenen Betrieb (z.B. für den Sozial- und Sanitärbereich) und Grundwasserschutz.

Die jährliche Stromproduktion beträgt immerhin 2,7 Mio. kWh (entspricht etwa dem Verbrauch von 700 Vierpersonenhaushalten).

Die Anlage bringt damit eine Einsparung von 4.700 t CO2 jährlich.

Bemerkenswert ist zudem, dass nur Gülle und in den Ställen anfallende Futterabfälle eingesetzt werden. Brotgetreide oder andere für die Lebensmittelherstellung geeignete Produkte werden durch die Genossenschaft prinzipiell nicht für die Energieerzeugung verwendet.

Für André Lüderitz war der Besuch bei der Milcherzeugergenossenschaft Klötze e.G. zudem die Rückkehr an eine alte Wirkungsstätte. Von 1975 - 77 absolvierte er in Klötze und Beetzendorf eine Ausbildung zum Agrotechniker.