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Landtag von Sachsen-Anhalt Drucksache 5/192
Fünfte Wahlperiode 17.08.2006

(Ausgegeben am 21.08.2006)

Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage zur schriftlichen Beantwortung
Abgeordneter André Lüderitz (Linkspartei.PDS)

Landesgymnasium für Musik Wernigerode

Kleine Anfrage - KA 5/6087

Vorbemerkung des Fragestellenden:

Durch Presseinformation in der Harzer Volksstimme am 3. Juli 2006 wurde bekannt,
dass es Überlegungen zur Fusion eines Wernigeröder Gymnasiums mit dem Landesgymnasium für Musik gibt.
Im Kreisausschuss informierte der Landrat darüber, dass bereits erste Gespräche mit
dem Kultusministerium zustande gekommen sind.

Antwort der Landesregierung erstellt vom Kultusministerium

Vorbemerkung der Landesregierung:

Die Thematik Schulentwicklungsplanung zur Sicherung der gymnasialen Standorte in
Wernigerode durch Anbindung des Landesgymnasiums für Musik Wernigerode (inhaltlicher Schwerpunkt Musik/Chor) an ein Gymnasium in Wernigerode wurde in der
Sitzung des Kreisausschusses am 28.06.2006 besprochen. Der Kreisausschuss hat
Herrn Landrat Dr. Ermrich das Mandat übertragen, Gespräche und Verhandlungen
mit dem Land zur Prüfung der Möglichkeiten aufzunehmen. Der Landkreis Wernigerode
hat eine entsprechende Pressemitteilung am 30.06.2006 herausgegeben.

Frage 1:
Welche Gespräche gab es in diesem Zusammenhang bereits, in die die Landesregierung
bzw. das zuständige Ministerium einbezogen waren? Welche Zielstellungen hatten diese Gespräche?

Antwort:
Bisher gab es lediglich einen Informationsaustausch zwischen dem Landkreis Wernigerode
und dem Kultusministerium zur Situation der Schulentwicklung in Wernigerode
aufgrund der demografischen Entwicklung.

Frage 2:
Mit welcher Entwicklung der Schülerzahlen rechnet die Landesregierung am
Landesgymnasium für Musik in den nächsten Jahren bis 2010 und ggf. darüber
hinaus?

Antwort:
Am Landesgymnasium für Musik in Wernigerode werden die Schuljahrgänge 5 und 6
einzügig und ab Schuljahrgang 7 zweizügig geführt. Im Schuljahr 2005/2006 betrug
die Gesamtschülerzahl 299. Obwohl die Schülerinnen und Schüler überregional aufgenommen werden, unterschreiten die Schülerzahlen des Aufnahmejahrganges 7
bereits regelmäßig die für die Schule mit inhaltlichem Schwerpunkt vorgeschriebene
Mindestschülerzahl 40 für die reguläre zweizügige Klassenbildung und dies bei ohnehin
schon als Ausnahmefall genehmigter Zweizügigkeit.
So kann die Schule aus den Bedarfszahlen selbst heraus nicht als stabil bewertet
werden. Ein Aufwuchs der Schülerzahlen und damit Sicherung der Zweizügigkeit ist
mit Blick auf die demografische Entwicklung auch perspektivisch nicht zu erwarten.

Frage 3:
Gibt es bei der Landesregierung Überlegungen oder Ziele, die darauf hinauslaufen,
das Landesgymnasium für Musik mit einer anderen allgemein bildenden
Schule zu fusionieren oder eine Option zu prüfen?

Antwort:
In der Verantwortung für die Musikklassen in Wernigerode ist das Land Sachsen-
Anhalt auch bei sinkender Schülerzahl bestrebt, den Fortbestand des inhaltlichen
Schwerpunktes Musik (Chor) in Wernigerode und damit der Leistungschöre auf eine
gesicherte Grundlage zu stellen.
Eine Anbindung der Musikklassen an ein Gymnasium in Wernigerode würde stabilisierend auf beide kommunalen Gymnasien in Wernigerode wirken und gleichzeitig
den Fortbestand des Musikzweiges mit den traditionellen Leistungschören sichern.
Diese Option ist deshalb zu erörtern.

Frage 4:
Wenn ja, worin sollten die Leitlinien für eine Fusion bestehen?

Antwort:
Grundsatz aller Überlegungen ist das Bemühen um den Erhalt des inhaltlichen
Schwerpunktes Musik (Chor) in Wernigerode und damit die Sicherung des Fortbestandes
der Leistungschöre.

Frage 5:
Wenn eine Fusion angestrebt oder geprüft werden soll, ist beabsichtigt, beim
Landesgymnasium für Musik einen Trägerschaftswechsel zu vollziehen? Wenn
ja, in welche Trägerschaft soll es überführt werden?

Antwort:
Im Rahmen der Überlegungen ist auch die Option der Überführung in die Trägerschaft
des Landkreises zu erörtern.

Frage 6:
Sind aus Sicht der Landesregierung die Voraussetzungen für eine vertiefte und
spezialisierte Musikausbildung am Landesgymnasium für Musik ausreichend
längerfristig gesichert? Kann die Landesregierung ausschließen, dass bei einer
Fusion mit einer anderen Schule diese Voraussetzungen eingeschränkt
werden?

Antwort:
Hierzu wird auf die Antworten zu den Fragen 2 und 4 verwiesen.

Frage 7:
Welche Konzeption gibt es seitens der Landesregierung zur längerfristigen
Entwicklung des künstlerischen Niveaus der Ausbildung am Landesgymnasium
für Musik?

Antwort:
Durch die Bereitstellung des zusätzlichen Lehrerkontingentes für den inhaltlichen
Schwerpunkt Musik auf der Basis eines genehmigten inhaltlichen Konzeptes der
Schule und durch das genehmigte Ganztagsschulkonzept für die Musikklassen sind
für die Entwicklung des künstlerischen Niveaus gute Voraussetzungen gegeben, die
selbstverantwortlich vor Ort ausgestaltet werden können.

Frage 8:
Geht die Landesregierung längerfristig davon aus, beim Landesgymnasium für
Musik ein Internat zu führen, um das landesweite Angebot auch künftig zu sichern?

Antwort:
Die Genehmigung zur Führung eines inhaltlichen Schwerpunktes an einer Schule
setzt unter anderem voraus, dass seitens des Schulträgers ein Internat zur Sicherung
der überregionalen Aufnahme vorgehalten wird.

Frage 9:
Erwägt die Landesregierung, sollte eine Fusion mit einer anderen Schule angestrebt
werden, den Bestand des Internats infrage zu stellen? Wenn nein, welche
Vorstellungen gibt es dann zur finanziellen und personellen Sicherstellung
des Internats?

Antwort:
Unter Verweis auf Antwort 8 ist der Bestand des Internates zu sichern. Die finanzielle
und personelle Sicherstellung wird gegebenenfalls in den Gesprächen mit dem
Landkreis Wernigerode zu erörtern sein.

Frage 10:
Ist beabsichtigt, die Liegenschaften des Landesgymnasiums für Musik an den
Landkreis zu überführen? Wenn ja, auf welchem Wege und unter welchen Bedingungen
soll das erfolgen?

Antwort:
Erst im Rahmen der Gespräche und Verhandlungen mit dem Landkreis Wernigerode
im Rahmen der Prüfung der Fusionsmöglichkeiten wird die Frage der Liegenschaftsüberführung
zu erörtern sein.