Diese Website verwendet Cookies.
Zum Hauptinhalt springen

Wie eine kleine Stadt große Ideen in der Energiepolitik umsetzt

Expertengespräch (v.r.n.l.)Herr Bartelt, Herr Pflaumbaum; Frau Hunger, Herr Künne, Herr Lüderitz und verdeckt Herr Voigt und Herr Waldeck

Angelika Hunger und André Lüderitz, die Fraktionsexperten für Energie- und Umweltpolitik in der Landtagsfraktion kennen die Entwicklung in Dardesheim.

Und doch waren sie bei Ihrem Besuch am 26.11.07 im Windpark und in der Stadt Dardesheim wiederum vom Engagement der Beteiligten beeindruckt. Ähnlich erging es Joachim Pflaumbaum, Mitglied im Umweltausschuß des Kreistages.

Herr Künne; Bürgermeister von Dardesheim, erläuterte zu Beginn die Entwicklung des Windparks seit Anfang der 90er Jahre. Die Überzeugung, dass der Windpark ökologisch sinnvoll und wirtschaftlich bedeutsam ist entwickelte sich erst im Verlaufe der Jahre.
Daher kann heute die CO2-freie Wärmeversorgung der Stadt als Ziel formuliert werden. Dafür ist jedoch noch einiges zu tun. Zu beachten ist z.B., dass viele Häuser einen modernen Gasanschluß besitzen, die noch über Jahre in Nutzung sein werden.
Ziel ist, dass die Bürger die Vorteile der erneuerbaren Energien unmittelbar spüren.
So sind auch Beteiligungen an der GmbH nur für Bürger möglich, die im Sichtbereich der Anlagen leben.
Es entstanden allein für die Wartung der Windräder im der Umgebung ein Serviceteam am Standort Dardesheim mit 8 Arbeitsplätzen.

Die Errichtung der Anlagen erfolgte durch die heimischen Firmen  enercon Magdeburg, die Betonarbeiten erbrachte TSN Langenstein.
Die GmbH errichtete eine eigene Leitung zum Einspeisepunkt Wasserleben. 

Herr Voigt erläutert die Entwicklung des Infozentrums, dass durch TAW betrieben wird. Das Gelände der ehemaligen Radarstation wurde dafür käuflich erworben. Vom Infozentrum ausgehend wird am Energiepark Druiberg gearbeitet, der als touristischer Schwerpunkt ausgebaut wird. Damit soll die Öffentlichkeitsarbeit kontinuierlich weitergeführt werden. Sie ist Grundlage für die Verankerung in der Region. Schwerpunkt bildet vor allem die Information von Schulklassen und Kindergruppen.
So ist auch der Ausbau der Freilichtbühne mit einer Kapazität von 5.500 Besuchern geplant. Diese Anlage wird dann u.a. für Konzerte bei Rock im Mai der Jugend zur Verfügung gestellt. 

Herr Bartelt, geschäftsführender Gesellschafter  und Herr Radach, technischer Leiter informierten über die Kapazitäten der Anlagen, die bisherige Entwicklung und die konkreten Vorhaben, die immer gemeinsam mit den Akteuren vor Ort umgesetzt werden.

Gut nachlesbar ist das „Dardesheimer Windblatt“, der Zeitung, die schon seit längerem  mit Erfolg herausgegeben wird.

Ein Umweltpreis der Stadt Dardesheim mit den Schirmherren Dr. Franz Alt, Fernsehjournalist und Dr. Hermann Scheer, Präsident des Weltrates für Erneuerbare Energien und Träger des Alternativen Nobelpreises, wird vergeben.

 In der Stadt Dardesheim werden 4 Photovoltaikanlagen betrieben. Weitere Flächen (vor allem Dachflächen) sind dafür geeignet.
Im Nachbarort Zilly wird eine Bioenergieanlage betrieben, deren Errichtung auf die Kooperation mit Dardesheim zurückgeht. 

Es wird an einem regionalen Projekt gearbeitet, dass eine stabile Grundversorgung der Region durch hier produzierte Energie gewährleistet. Bisher ist man mit mehreren Partnern im Gespräch, die an einer Zusammenarbeit interessiert sind. Ein interessanter Aspekt ist die Zusammenarbeit mit dem Wendefurther Pumpspeicherwerk.
Wissenschaftlich begleitet wird das Vorhaben von den Universitäten Magdeburg und Kassel.
Ziel ist jedoch nicht, die Region völlig autark zu versorgen. Das ist nicht gewollt und auch nicht möglich. 

Voraussetzung für die weitere erfolgreiche Weiterentwicklung in Dardesheim ist die Schaffung bzw. Beibehaltung entsprechender Grundlagen im Regionalentwicklungsplan. Eine Reduzierung derzeitiger Flächennutzung ist sehr kontraproduktiv.

Im Anschluß an das Gespräch im Rathaus erläuterte Rolf Waldeck als Leiter das Infozentrum vor Ort am Druiberg.