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Lüderitz zu Besuch bei Wasserleber Bauern

André Lüderitz, Thomas Becker und Wilfried Feuerstack in der Milchland KG Wasserleben (v.l.)

Ganz klar bestimmten die Verteuerung der Bodenpreise und der weiter gesunkene Milchpreis den Besuch von Landtagsmitglied André Lüderitz Ende Juli bei Landwirten in Wasserleben. Wilfried Feuerstack, Vorsitzender der Apro Wasserleben e.G. und Kreisvorsitzender des Bauernverband Nordharz e.V. kam sofort zum brennenden Thema Bodenmarkt.

Der Verkauf von Boden habe sich zu einem lukrativen Geschäftsfeld entwickelt, mit dem nicht landwirtschaftliche Geldgeber und Investoren durch Verpachtung Erlöse und Rendite erzielen. Die meistbietenden Versteigerungen ehemals volkseigener land- und forstwirtschaftlicher Flächen in den ostdeutschen Bundesländern durch die Treuhandgesellschaft BVVG (Bodenverwertungs- und verwaltungs GmbH) hätten die Preise nach oben getrieben. Pflanzenbauer Feuerstack und Lüderitz stimmten darin überein, dass ortsansässige Bauern oft nicht in der Lage seien, den Boden vor der eigenen Haustür zu erwerben. Die Spekulanten wollten durch Verpachtung Gewinne erzielen, seien aber nicht am Erhalt der Bodenfruchtbarkeit, an regionaler Entwicklung und an Daseinsvorsorge im ländlichen Raum interessiert.
Lüderitz, der selber einen landwirtschaftlichen Beruf erlernte, erläuterte die Vorhaben seiner Fraktion. So solle der Privatisierungsauftrag der BVVG nicht verlängert werden, Bodenerwerb solle künftig auch für Mitglieder und Beschäftigte in Genossenschaften möglich sein und bei 120 Prozent der regional üblichen Bodenpreise sei eine Preisobergrenze einzuführen. Damit solle der Boden als wichtigstes Produktionsmittel in der Landwirtschaft immer für diese verfügbar und finanzierbar sein.

Mit der Entwicklung der Milchpreise kam auf der nächsten Besuchsstation ein weiteres brisantes Thema zu Sprache. Milchbauer Thomas Becker von der Milchland Wasserleben KG stellte klar, dass kein Betrieb mit dem derzeitigen Milchpreis von ca. 28 ct. je Liter überleben könne. Der massive Preisdruck des Lebensmitteleinzelhandels sei dafür verantwortlich. Aber auch die Flut von kostenaufwändigen Auflagen durch die Politik von Bund und Ländern sei belastend. Dabei, so Becker, sei er stolz auf die Haltungsbedingungen für seine Kühe und Kälber. Lüderitz bestätigte, dass nicht allein die Betriebsgröße entscheidend sei, sondern wie hier in Wasserleben die artgerechte Haltung und die gesicherte Ver- und Entsorgung.