Diese Website verwendet Cookies.
Zum Hauptinhalt springen

Nationalpark Harz mit neuem Wege- und Nationalparkplan - Wie sind die Auswirkungen für unsere Region?

Diskussion zum Nationalpark im Ilsenburger Bahnhof fand starkes Interesse

Im Heinrich-Heine-Saal des Ilsenburger Bahnhofes
Blick vom Brocken nach Ilsenburg

Der Einladung von Landtagsmitglied André Lüderitz zu einer Informationsveranstaltung zum neuen Nationalpark- und Wegeplan folgten etwa 40 Interessierte. Ilsenburger Einwohner und Verantwortliche aus Tourismus und Verkehrsunternehmen sowie Vertreter von Harzklub, Sportvereinen und der Feuerwehr erhielten neueste Daten aus erster Hand. Nach der Einführung durch den Linkspolitiker legten Nationalparkleiter Andreas Pusch und sein Stellvertreter Dr. Hans-Ullrich Kison die Entwicklungspläne für das Schutzgebiet bis 2020 vor.
So wird sich der Anteil der Naturdynamikzone von derzeit 52% auf 75% entwickeln. Die Reduzierung der Weglänge um 9 % wird verantwortungsvoll durchgeführt, so dass es nur zu wenigen Einschränkungen im Vergleich zum aktuellen Stand kommen wird. Die Region Ilsenburg ist davon überhaupt nicht betroffen.

Ilsenburgs Bürgermeister Denis Loeffke schätzte ein, dass sich die Zusammenarbeit von Stadt und Nationalpark in letzter Zeit deutlich verbessert hat. Schließlich, so Loeffke, sei Ilsenburg der erste Nationalparkort. Er verschwieg allerdings nicht, dass es neben Übereinstimmungen auch Differenzen gibt. So habe der Stadtrat mehrheitlich jährlich 25 Busfahrten zum Scharfenstein gefordert. Die prompte Reaktion vom Nationalparkchef: Es bleibt beim jetzt gültigen Kompromiss von bis zu fünf Fahrten.

Harzklubvorsitzender Karl Berke machte auf starke Beschädigungen am Wanderweg entlang der Ilse aufmerksam. Er erhielt die Zusage, dass bei offenem Wetter die Reparatur erfolgt. Damit verbunden wurde die Bitte, dem Nationalpark auf direktem Wege solche Hinweise zu übermitteln.

Ilsenburgs Feuerwehrleiter Lutz Siebel schließlich sprach das Problem der Befahrbarkeit der Rettungswege an. Hier ist noch eine bessere Abstimmung mit dem Landkreis erforderlich. Hans-Henning Scheithauer betonte als zuständiger Nationalparkförster, dass es eine ständige Bereitschaft gäbe, die jedoch nicht immer von der Rettungsleitstelle genutzt würde. Mit der Feuerwehr Ilsenburg wird es gemeinsame Begehungen und Befahrungen sowie alle erforderlichen Abstimmungen geben. Das sei bereits mit Siebel vereinbart.

Tourismusgeschäftsführer Frank Glitsch äußerte sein Unverständnis über den beobachteten PKW-Verkehr im Nationalpark. Henning Scheithauer führte das auf die fünfmal jährlich stattfindenden Jagden zurück. Ansonsten gestatte man das Befahren nicht.

Abschließend lobten mehrere Teilnehmer die vorbildliche Gestaltung des Heinrich-Heine-Saales und des gesamten Bahnhofs Ilsenburg, den Lüderitz mit Bedacht als Beratungsort ausgewählt hatte. BUND-Kreischef Ullrich Kasten nutzte übrigens die günstige Lage und reiste aus Halberstadt mit der Bahn an.